Schweizer Milizsystem - Kaffeetrinken in Splitterschutzwesten oder der gefürchtete Wirtschaftsfilz

Regelmässig zieht die Schweiz mitunter beste Leute aus der Wirtschaft ab, um diese ihre militärischen Diensttage in eher langweiligen Wiederholungskursen absitzen zu lassen.

Die meisten Insider unter Euch können von eigener Erfahrung bestätigen, dass jegliche nachhaltige Motivationsgrundlagen, wie wir sie aus unserer Arbeitstätigkeit kennen, dabei ausgehebelt sind.
Das entstehende Leistungsvakuum wird durch mehr oder minder destruktive Aktivitäten ausgefüllt.
Soziale Auffälligkeiten wie exorbitanten Alkoholkonsum, Drogenkonsum und Agressionsausbrüche wurden in Extremfällen besonders bei weniger bemittelten Zeitgenossen beobachtet.

Weiter kann Mann sich einfach vorstellen, wie die Unattraktivität einer Offizierslaufbahn dazu geführt hat, dass sich gerade besonders zielstrebige High-Potentials in den letzten 10 bis 20 Jahren gegen eine Militärkarriere entschieden haben und sich nun gerade in den einfachen Rängen der Soldaten besonders erfolgreiche und spannende Lebensläufe finden lassen!


Eben dies Top-Shots füllen das Leistungsvakuum durch ausuferndes Networking - kommen doch gerade im Militär Branchen zusammen, die sonst kaum Berührungspunkte besitzen - Industrielle, Top-Shots aus dem Show-Biz, Banken und Versicherung. So geniessen Sie Vor- und Nachmittags in Splitterschutzwesten ausgewählte Kaffeesorten und erholen sich Abends im wohlverdienten Ausgang bei einem Champagner im nächsten Cabaret.

Wir überlegen uns ernsthaft, ob wir - statt unsere Jungs das nächste Mal frei zu kaufen - den Produktionsausfall zu Gunsten einer breiten horizontalen Expansion ihrer Kontakte hinnehmen sollen! - Was würden wir denn in Zukunft ohne den berüchtigten Schweizer Wirtschaftsfilz tun?

~ von undercover am 26. Februar 2007.

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